Abgrenzung lernen

Wie Du lernen kannst, Dich abzugrenzen

Das Thema der Abgrenzung ist für viele Menschen ein wichtiges Thema, weil es oftmals nicht rechtzeitig funktioniert.

Sei es in der Schule, wo ich gemobbt werde, bei der Arbeit, wo ich Tätigkeiten übernehme, die ich eigentlich gar nicht machen möchte, oder dass ich länger bei einem Partner bleibe, bei dem ich mich eigentlich gar nicht mehr wohl fühle.

Ein Punkt für die Problematik der Abgrenzung könnte sein, dass wir in vielen Situationen nicht Nein sagen können, denn ein Nein könnte unhöflich sein und wir wollen ja höflich sein. Wenn das Gegenteil von höflich unhöflich ist, dann wäre das Gegenteil von Nein ein Ja. Eigentlich wollen wir in vielen Situationen doch das Nein sagen, können es aber nicht.

Hier könnten wir uns eines kleinen Tricks bedienen, in dem wir uns vor Augen führen, dass das Gegenteil von Nein nicht unbedingt Ja sein muss, sondern in vielen Situationen ein Nein danke sein könnte. Wir können also Höflichkeit mit einem Nein und der Wahrung der eigenen Interessen kombinieren.

Ein weiterer Grund, warum Abgrenzung so schlecht funktioniert, könnte sein, dass ich häufig darüber nachdenke, wie ich mich abgrenzen kann. Anhand eines kleinen Beispiels möchte ich kurz überlegen, ob die Frage nach dem Wie im Vordergrund stehen sollte.

Stellen wir uns hierzu kurz folgende Frage: Was wäre für mich am sinnvollsten? Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder mit dem Flugzeug an meine Ziel zu gelangen? Ich kann hier noch keine Entscheidung treffen, ohne dass ich einen Faktor habe, über den ich Sinnhaftigkeit definiere. Ich kann zuerst an die Umwelt denken, dabei fallen vielleicht das Auto und das Flugzeug raus.

Jetzt habe ich noch das Laufen und das Fahrrad fahren. Hier könnte ich das Laufen vielleicht streichen, weil es mit dem Fahrrad einfach schneller geht. Das ist allerdings sehr kontraproduktiv, wenn es in den Urlaub auf Mallorca geht.

Das bedeutet, erst wenn ich mein Ziel kenne, kann ich mich auch für einen Zielweg entscheiden. Nur wer sein Ziel kennt, kann auch den Zielweg erkennen.

Das bedeutet hier bei hier bei dieser Frage: es geht nicht vordergründig um das wie, sondern was ich erreichen möchte, und dass sich in 80% hieraus automatisch schon der Zielweg ergibt.

Nehmen wir dieses Beispiel und übertragen es auf die Problematik mit der Abgrenzung: Hier könnte es für uns eben auch wichtig sein nicht darüber nach zu denken, wie wir uns abgrenzen könnten, sondern wann. Denn mein Bauchgefühl gibt mir im Prinzip immer rechtzeitig ein Signal, wann ich mich abgrenzen sollte.

Bleibe ich dann jedoch länger in einer Situation, in der ich gar nicht sein möchte, steigen Druck und Unzufriedenheit bis zu einem Maß, in dem ich mich nicht mehr abgrenzen kann.

Für uns ist also zentral wichtig, dass es bei der Abgrenzung nicht um das Wie geht, sondern um das Wann, und dass ich wieder anfange, mehr auf mein Bauchgefühl zu hören.


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