Das Löwenbild – Mit dem Verhalten das Gefühl verändern

So kannst Du das Gefühl mit Deinem Verhalten verändern

Löwenbild – Mit dem Verhalten das Gefühl beeinflussen

Das Verhalten verändern und ein besseres Gefühl bekommen? Das funktioniert! Das Löwenbild erklärt Dir, wie. Nehmen wir hierzu folgende Situation: Wir stehen im Zoo und weiterer Entfernung sehen wir einen Löwen, der nicht mehr hinter dem Zaun sitzt. Sondern vor dem Zaun und uns gefährlich werden könnte.

Logischerweise würden wir jetzt weg rennen weil wir Angst haben, vom Löwen gefressen zu werden. Hier gibt es schon seit einigen Jahrzehnten eine andere Idee, die man auch unter dem Begriff der sogenannten „James-Lange-Theorie“ wieder findet.

James-Lange-Theorie

Hierbei vertauscht man Ursache und Wirkung und würde jetzt zu folgendem Beispiel kommen. Wir stehen wieder im Zoo und sehen in einiger Entfernung den Löwen, der uns gefährlich werden könnte.

Das ist für unser Gehirn jetzt ein Trigger. Hier passiert etwas mit mir, und zwar kommt es zu einer Stressreaktion. Man könnte das Ganze auch als Sympathikusreizung bezeichnen, das bedeutet, mein Körper schüttet eine enorme Menge an Stresshormonen aus.

Der Unterschied zum vorhergehenden Beispiel liegt jetzt darin, dass es nicht darauf ankommt, wie ich mich jetzt fühle, sondern wie ich mich in dieser Situation verhalte.

Das bedeutet: Je nachdem, wie ich mich unter Bezugnahme auf Trigger und Stressreaktion verhalte, kommt es zu einem entsprechenden Gefühl.

Nicht aus Angst würden wir weglaufen

Das bedeutet für uns: Nicht weil ich Angst habe, vom Löwen gefressen zu werden laufe ich weg, sondern weil ich in dieser Situation vor dem Löwen weg laufe, könnte es zu diesem Gefühl von Angst kommen.

Schauen wir uns diese Faktoren kurz genauer an: Der Trigger, in unserem Beispiel der Löwe, wäre eine Variable. Weil ich in Zukunft vermeiden kann, einen Zoo zu besuchen, und damit dieser Gefahr nicht mehr entgegen treten zu müssen.

Es bringt nichts, die Trigger zu verhindern

Allerdings werde ich meinem Leben auch in anderen gefährlichen Situationen mit genau dieser Stressreaktion konfrontiert werden. Und würde ich nun zunehmend in ein Vermeidungsverhalten reingehen, kann das im Extremfall dazu führen, dass ich irgendwann das Haus nicht mehr verlassen kann.

Das würde man dann als sogenannte Agoraphobie bezeichnen können. Die Sympathikusreizung oder Stressreaktion ist keine Variable, sondern eine Konstante.

Hier kann ich nichts wegtrainieren oder vermeiden, dass es in irgendeiner Form auftritt. Schauen wir also auf das Verhalten, denn das Verhalten ist die Variable, die wir verändern können.

Ich könnte also im Zoo in dieser gefährlichen Situation, ich sehe den Löwen da hinten stehen, mich als nächstes einmal irgendwo gegen den nächsten Baum lehnen und abwarten, was passiert.

Ich will nicht sagen, dass das hier sinnvoll ist. Aber in diesem Beispiel wird ersichtlich, dass mit diesem Verhalten in dieser logischen Prozesskette ein anderes Gefühl entstehen muss, als wenn ich will schreiend weg laufe. Dieses Löwenbild soll ein Beispiel dafür sein und mir eine Hilfe geben, was ich in Zukunft konkret anders machen kann.

Denn entscheidend ist es in vielen Situationen, die mit Angst zu tun haben, nicht dass ich etwas Anderes mache, sondern dass ich etwas anders.

Also wie ich mich in der jeweiligen Situation verhalte.