Akute Bronchitis

Akute Bronchitis

Als akute Bronchitis wird eine neu entstandene Entzündung der größeren verzweigten Atemwege mit Husten, Schleimproduktion, Fieber sowie weiteren Allgemeinsymptomen bezeichnet. Wenn auch die Luftröhre mit betroffen ist, spricht man von einer akuten Tracheobronchitis. Die Diagnose einer Bronchitis ist eine der meistgestellten Diagnosen in Allgemeinarztpraxen. Besser wäre meistens die Diagnose akuter Atemwegsinfekt, da in der Regel nicht nur die Bronchien, sondern auch andere Teile der Atemwege betroffen sind.

          

Symptome und Befunde

Husten und obstrukte Symptome wie der oft vorhandene Stridor werden durch die Entzündung der Bronchialschleimhaut mit dadurch bedingter Schwellung und Schleimproduktion verursacht. Der Husten ist zunächst meistens trocken, da die Schwellung der Schleimhäute aufgrund der infektbedingten gesteigerten Durchblutung (griech. Hyperämie) der Produktion von Schleim vorangeht, mit dessen Bildung wird der Husten produktiv. Der Auswurf – in der medizinischen Fachsprache als Sputum bezeichnet – ist zäh- oder dünnflüssig. Bei viraler Entzündung ist er in der Regel klar bis gräulich, bei einer bakteriellen Entzündung hingegen eher gelb-grünlich gefärbt, was aber nur tendenzielle Hinweise auf die zu Grunde liegende Ätiologie geben kann.

Bei der obstruktiven Bronchitis (früher auch spastische Bronchitis) kann die krampfende Muskelkontraktion der Bronchien röchelnde und pfeifende Atemgeräusche, vor allem bei der Ausatmung, verursachen. Das Abhusten von Sputum ist dann erschwert. Die mittels Spirometrie beurteilte Lungenfunktion zeigt bei ca. 60 Prozent der Patienten ähnliche Werte wie bei einem milden Asthma bronchiale. Da sich dieses bei wiederkehrenden akuten Bronchitiden, die durch Chlamydien hervorgerufen wurden, möglicherweise entwickeln kann, sollten sich Patienten nach Abklingen der akuten Symptomatik einer Kontrolle unterziehen.

Diagnose

Die körperliche Untersuchung kann die Verlegung der Atemwege bestätigen, wichtiger ist jedoch die Anamnese: ein nächtlicher Husten kann das alleinige Symptom einer akuten Bronchitis sein. Routinemäßig durchgeführte Untersuchungen des Sputums bringen entweder keine Ergebnisse oder sind nicht kosteneffektiv. In 25 Prozent der Fälle, in denen die Betroffenen an einem länger als vier Wochen anhaltenden Husten leiden, sollten jedoch eine Keuchhustenserologie und andere weitergehende Untersuchungen veranlasst werden, um auch schwerwiegendere Erkrankungen auszuschließen wie z. B. Lungenkrebs- oder Systemerkrankungen. An wegweisenden Untersuchungen wären Blutwerte, eine Röntgenaufnahme der Lunge und Ultraschalluntersuchungen zu nennen.

Differentialdiagnosen

  • Erkältung
  • Grippe
  • Keuchhusten
  • Asthma bronchiale
  • Refluxösophagitis
  • Exposition gegenüber toxischen oder allergenen Substanzen
  • Lungenentzündung
  • Herzinsuffizienz
  • Bronchuskarzinom
  • Schluckstörungen mit Aspirationsgefahr
  • Lungenaspergillose und Aspergillom
Therapie

Antibiotika: Die Gabe eines Antibiotikums ist nur bei einem bakteriellen Infekt angezeigt, bei einer rein viralen Infektion hingegen nicht.

Pflanzliche Arzneimittel: Bei akuter Bronchitis können auch Pflanzenstoffe wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich eingesetzt werden, deren Wirkung und Verträglichkeit durch klinische Studien belegt ist. Zahlreiche In-vitro-Studien zeigen, dass die Pflanzenstoffe gegen Viren, Bakterien – darunter die häufigsten Erreger von bakteriellen Atemwegsinfektionen und auch entzündungshemmend wirken.

Hustenmittel: Die Gabe eines Antitussivums kann kontraproduktiv sein, da das produzierte Sputum abgehustet werden sollte. Bei Klagen über eine gestörte Nachtruhe muss an eine Refluxösophagitis oder eine Herzinsuffizienz gedacht werden, die beide im Liegen deutlich vermehrt Symptome verursachen können.

Bronchospasmolytika: Substanzen, die das Bronchialsystem erweitern (Bronchospasmolytika), können nützlich sein, falls eine Einschränkung der Luftzufuhr besteht. Allerdings ist dieser mögliche Effekt nur schwach durch Daten gestützt.

Krankheitsverlauf

Die akute Bronchitis heilt meistens ohne Behandlung nach mehreren Tagen oder manchmal Wochen ohne Komplikationen ab. Die Symptome halten meistens für nicht länger als zehn Tage an. In seltenen Fällen kann der Husten mehrere Monate bestehen, wobei dann an einen Keuchhusten, ein Asthma bronchiale oder Asthma cardiale, eine Tumorbildung oder eine chronische Pneumonie gedacht werden sollte.


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Quelle der medizinischen Infomationen: wikipedia.de