Hypotonie

Arterielle Hypotonie

Die arterielle Hypotonie wird auch Hypotonie oder Hypotension bezeichnet. Sie beschreibt ein für die Aufrechterhaltung normaler Körperfunktionen zu niedrigen Blutdruck.

          

Pathophysiologie

Ursächlich für eine arterielle Hypotonie ist ein Missverhältnis von Gefäßvolumen und zirkulierendem Blutvolumen. Dieses Missverhältnis kann durch einen verminderten Gefäßwiderstand, ein zu geringes absolutes Blutvolumen, ein zu geringer Blutrückstrom zum Herzen oder durch eine reduzierte Pumpfunktion des Herzens entstehen:

  • verringerter Gefäßwiderstand
  • Anaphylaktischer oder spinaler Schock
  • reduziertes absolutes Blutvolumen
  • geringe Trinkmenge, Blutverlust, Diarrhoe oder Erbrechen
  • Nebennierenrindeninsuffizienz
  • verminderter Blutrückstrom zum Herzen
  • Krampfadern
  • Medikamenteneinnahme, z. B. Nitroglycerin
  • Vena-cava-Kompressionssyndrom
  • Lungenembolie
  • reduzierte Pumpfunktion des Herzens
  • Herzinsuffizienz
  • (hochgradige) Aortenstenose
  • Perikarderguss

Formen der Hypotonie

In Abhängigkeit von der Ursache unterscheidet man 3 Formen der arteriellen Hypotonie:

  1. Idiopathische Hypotonie: Die häufigste Form der Hypotonie ist die idiopathische Hypotonie, d. h. ihre Ursache ist unklar. Sie liegt vermehrt bei jungen, schlanken Frauen vor.
  2. Symptomatische Hypotonie: Als symptomatische Hypotonie bezeichnet man einen niedrigen Blutdruck, der auf eine klar definierbare Ursache, z. B. eine Erkrankung oder Medikamenteneinnahme, zurückzuführen ist. Einen insbesondere bei älteren Menschen vorkommenden Blutdruckabfall nach dem Essen bezeichnet man als postprandiale Hypotonie.
  3. Orthostatische Hypotonie: Die orthostatische Hypotonie, wird auch als orthostatische Dysregulation oder Orthostase-Syndrom bezeichnet. Bei der orthostatischen Hypotonie liegt eine Fehlfunktion der Orthostase-Reaktion vor. Diese Orthostase-Reaktion sorgt bei Gesunden dafür, dass das Herz-Kreislaufsystem auch in aufrechter Stellung einwandfrei funktioniert. Durch die Fehlfunktion bei der orthostatischen Hypotonie treten in aufrechter Stellung Zeichen wie Schwindel, Herzrasen, Übelkeit und Schwäche auf, die zum Hinsetzen oder Hinlegen zwingen, worunter die Beschwerden rasch nachlassen. Bei manchen Erkrankten treten kreislaufbedingte Synkope auf (kurzandauernde Bewusstlosigkeit). Der Ruheblutdruck im Liegen oder Sitzen kann unabhängig von der orthostatischen Dysregulation erniedrigt, normal oder erhöht sein.

Symptome

  • Blässe, kalte Hände und Füße
  • Zittern
  • rasche Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Tachykardie
  • Kollapsneigung, Synkopen

Von größter Relevanz ist das Auftreten von kurzen Ohnmachtsanfällen (Synkopen). Durch den niedrigen Blutdruck kommt es zu einer Minderversorgung des Gehirns mit sauerstoffreichem Blut und dadurch zur Bewusstlosigkeit. Diese führt häufig zu Stürzen und damit verbundenen Verletzungen. Arterielle Hypotonie tritt häufig bei schlanken oder untergewichtigen Menschen im Teenager-Alter auf.

Diagnostik

Eine länger bestehende Hypotonie sollte ärztlich abgeklärt werden. Wichtigstes Ziel der Diagnostik ist es, eine symptomatische Hypotonie zu identifizieren bzw. auszuschließen, da sie Ausdruck einer u.U. lebensbedrohlichen Erkrankung sein kann. Dazu sind neben Anamnese und klinischer Untersuchung apparative Verfahren wie die Echokardiographie oder eine Langzeitblutdruckmessung sowie eine Blutuntersuchung von Bedeutung. In der Diagnostik der orthostatischen Hypotonie spielen Schellong-Test und Kipptischuntersuchung eine wichtige Rolle.

Therapie

Langfristig ist eine arterielle Hypotonie gegenüber einer Hypertonie bezüglich des kardiovaskulären Risikos als günstiger anzusehen. Liegt keine identifizierbare Erkrankung zu Grunde, ist eine Behandlung daher nur bei Beschwerden indiziert und erfolgt durch physikalische Maßnahmen wie Sport, Gymnastik und Wechselduschen und eine Umstellung der Ernährung (kochsalzreiche Mahlzeiten mit vermehrter Flüssigkeitszufuhr). Nur selten ist eine medikamentöse Therapie mit Sympathomimetika, Dihydroergotamin oder Mineralokortikoiden angezeigt. Diese Medikamente werden als Antihypotonika bezeichnet.

Kontrollierte Hypotension

Die kontrollierte Hypotension ist eine Methode, bei der man den Blutdruck eines Patienten während der Operation bewusst senkt, um den Blutverlust zu verringern. Sie wird insbesondere bei orthopädischen Eingriffen wirkungsvoll eingesetzt, kann aber auch bei anderen Operationen angewandt werden.


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