#14 Schritt 2 – Dein Gehirn denkt dramatisch

Unser Gehirn denkt dramatisch

Dass unser Gehirns dramatisch denkt kannst Du vor allem dann mitbekommen, wenn Du in einem „Könnte-Modus“ denkst. Was könnte Dir Deine Zukunft bringen? Wenn Du zum Beispiel in naher Zukunft eine Klausur schreibst und stellst Dir die Frage: Was könnte passieren? Dann wird Dir Dein Gehirn direkt ein Worst-Case-Szenario vor Augen führen. Nämlich: Was ist, wenn Du die Klausur nicht bestehst?

Das dramatische Denken an sich ist gar nicht so schlecht. Es scheint evolutionsbiologisch betrachtet unseren Vorfahren einen Überlebensvorteil verschafft zu haben. Sonst würden wir vermutlich erst gar nicht heute existieren.

Lassen wir uns vom dramatischen Denken unseres Gehirns kontrollieren, werden wir depressiv.

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Wir dürfen also einen Weg finden, wie wir das dramatische Denken kontrollieren können

Nehmen wir das Beispiel, dass Du bald eine Klausur schreibst. Du stellst Dir die Frage: Was könnte passieren? Vor allen Dingen unter der Bedingung, dass Du die Klausur nicht bestehst? Dein Gehirn wird Dir direkt entsprechende Worst-Case-Szenarien aufzeigen.

Es ist ja auch meistens so, dass eine Sache über einen Weg funktioniert, und es viele Möglichkeiten gibt, wie Du scheitern könntest. Also auch ein Ungleichgewicht in der Präsenz vor Deinem inneren Auge existiert.

Also: Du hast die Befürchtung, dass Du die Klausur nicht bestehst. Dieses Ereignis in der Zukunft hat eine Wechselwirkung mit Deinem jetzigen Ich. In dem Moment, wo Du darüber nachdenkst, geht es Dir ja nicht gut. Wenn Du Dich in diesem Modus an das Lernen ransetzt, wirst Du den Lerninhalt vermutlich auch erst gar nicht gut abspeichern können. Das Ergebnis der Klausur wird entsprechend ausfallen und Du könntest tatsächlich durchfallen.

Durch Deine Gedanken hat sich eine self fulfilling prophet, also eine sich selbst erfüllende Prophezeiung konstruiert. Diese Denkmuster sind eher passiv geprägt. Du brauchst also gar nicht aktiv zu denken, um diese Worst-Case-Gedanken zu haben.

Das kannst Du verändern

Wenn Du etwas an dieser Situation verändern möchtest, darfst Du mit dem Aktiven Denken anfangen. Du hast die Befürchtung, dass Du die Klausur nicht bestehst. Das ist natürlich nicht Dein Ziel. Aber was ist denn dann Dein Ziel? Wenn Deine aktuelle Zielsetzung noch lautet, dass Du nicht durch die Klausur fällst, dann hast Du direkt ein Bild vor dem inneren Auge, wie Du durchfällst. Denn Dein Gehirn kann Informationen ja nicht nicht verarbeiten.

Wir dürfen dem dramatischen Denkmuster unseres Gehirns also folgendermaßen begegnen: Stell Dir immer wieder die Frage, ob das, was Du als Worst-Case-Szenario vor Deinem inneren Auge siehst, auch Deinem gewünschten Ziel entspricht. Und: Was konkret ist denn Dein Ziel?