#17 Schritt 2 – Wenn Du Dinge in Deinem Leben veränderst

Ich empfehle Dir diese Bücher:

               

So kannst Du die Veränderung wirklich schaffen

Kennst Du das vielleicht auch? Du machst viele Dinge in Deinem Alltag, die Du machen musst, und kommst nur zu wenigen Dingen, die Du auch machen möchtest? Auf einer Waage wäre das ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Waagschalen „Müssen“ und „Wollen“. Und vermutlich würdest Du hier ein Gleichgewicht erzeugen wollen.

Wie kannst Du das schaffen? Könntest Du vielleicht auf einige Dinge, die Du machen musst, verzichten? Höchstwahrscheinlich nicht. Du könntest also versuchen, mehr der Dinge in Deinen Alltag einzubauen, die Du auch machen möchtest. Und ich bin auch der Meinung, dass sich hiermit das Umgleichgewicht der Waage etwas verringern würde.

Doch ich denke, dass sich das wieder zurück entwickeln würde. Du könntest darauf noch mehr der Dinge machen, die Du auch machen möchtest, und es würde sich vermutlich wieder ins Ungleichgewicht zurück entwickeln. Wie komme ich zu dieser Idee?

Irgendwann habe ich mir einmal gedacht: Ich muss direkt nach dem Essen die Spülmaschine einräumen, damit alles direkt sauber ist. Mit der Idee, dass ich am Tag 60.000 Gedanken denke, wovon gerade einmal 3.000 Gedanken neue sind, baue ich diese Gedankenmuster vielleicht in meinen Alltag ein. Ich denke also am nächsten Tag, dass ich direkt nach dem Essen die Spülmaschine einräumen muss. Und dann denke ich das am nächsten Tag auch an dann geht das immer so weiter bis ich das gleiche gestern auch gedacht habe. Und dann im Zweifel heute auch wieder denken würde.

Muss ich Dinge wirklich machen?

Doch: Muss ich wirklich die Spülmaschine einräumen? Vielleicht habe ich das „Spülmaschine einräumen“ noch unter Müssen kategorisiert, weil ich es in der Zwischenzeit noch nicht aktiv und Dürfen einsortiert habe. Ich habe für mich also noch nicht aktiv gedacht: Ich mache mir jetzt einen guten Kaffe und meine Lieblingsmusik an. Und dann darf ich mich glücklich schätzen, die Spülmaschine einräumen zu dürfen. Die übernimmt ja immerhin für mich die leidige Spülarbeit!

Dinge sind also nicht unter Müssen kategorisiert, weil ich sie wirklich machen muss. Sondern weil ich diesen Aktivitäten irgendwann einmal der Kategorie Müssen zugeordnet habe. Und in der Zwischenzeit noch nicht umgedacht habe.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ich habe einmal eine Klientin kennen gelernt, die ein Problem mit ihrem Gewicht hatte. Wenn die Klientin vor dem Spiegel stand, wertete sie sich massiv ab. Diese Bewertungsstrukturen, sich vor dem Spiegel selbst abzuwerten, waren externe Bewertungsstrukturen ihres Vater und ihres Freundes. Sie hatte das Ziel, dass diese Selbstbeleidigungen vor dem Spiegel aufhören. Und da sie sich wegen ihres äußeren Erscheinungsbilds abwertete, wollte sie an Gewicht verlieren, damit die Abwertungen aufhörten.

Bei 75kg hatte sie sich das Ziel gesetzt, 65kg zu wiegen, da sie dann keinen Grund mehr zu diesen Abwertungen hatte. Es hatte allerdings nicht aufgehört. Also sagte sie sich: Wenn ich 55kg wiege, dann höre ich vielleicht endlich auf, mich selbst abzuwerten. Doch auch bei 55kg Körpergewicht hörte sie nicht auf, sich vor dem Spiegel niederzumachen.

Und dann wurde es gefährlich, weil sie in den Modus ging, weniger wieder zu wollen. Und bei weniger gibt es keine Grenze nach unten. Merke Dir: Wenn Du Dein äußeres veränderst, veränderst nicht automatisch die Art und Weise, wie Du Dir selber Bedeutung und Wert zuschreibst. Wenn Du an Gewicht verlierst, veränderst Du nicht automatisch Deine Denkmuster.

Wenn Du also viele Dinge machst, die Du machen musst, und weniges, was Du machen möchtest, dann frage Dich selbst einmal: Wie kommt es dazu? Wo könntest Du Dinge für Dich umdeuten? Fange an Dir bewusst zu suggerieren, dass einige Dinge doch durchaus auch mit Spaß verbunden sind! Und Du eigentlich dankbar sein darfst, verschiedene Dinge machen zu dürfen.