#31 Schritt 4 – Dein Selbstvertrauen ist bereits hoch

Ich empfehle Dir diese Bücher:

               

Wie hoch ist Dein Selbstvertrauen? Wie hoch ist Dein Selbstbewusstsein?

Wie hoch wäre Dein Selbstvertrauen auf einer Skala zwischen 0 und 10? Bisher hat jeder überlegt, auf welchen Wert er kommen würde. Doch ich denke über das Selbstvertrauen etwas anders. Das Selbstvertrauen an sich ist ja eine Art situatives Gefühl. Du kannst ja nicht sagen, dass Dein Selbstvertrauen bei einer 6,5 von 10 ist, weil Du da ein bestimmtes Gefühl irgendwo in Deinem Körper hast.

Sondern Du denkst über Situationen nach, in denen Du Dich mit einem hohen Selbstvertrauen wahrgenommen hast. Du hast Dich vielleicht etwas getraut, was Du Dich sonst noch nicht getraut hattest. Und mit diesen Gedanken sind wir schon beim wichtigen Kern angelangt. Nicht weil Dein Selbstvertrauen hoch war, hast Du in einer gewissen Situation Mut gehabt. Sondern weil Du eine gewisse Situation durchlebt hast, die Du Dich sonst nicht getraut hättest, suggeriert Dir das ein höheres Selbstvertrauen.

Allerdings bin ich der Meinung, dass Dein Selbstvertrauen immer auf einer 10 von 10 Punkten ist. Wie komme ich zu dieser Idee?

Das ist das Selbstvertrauen

Stell Dir mal vor, ich gehe über die Straße. Ich sehe eine hübsche Frau auf der anderen Straßenseite. Meine Beuteschema wären rote Haare, wohlproportionierte Figur, vielleicht Gymnasiallehrerin. Und ich habe den Wunsch, diese Frau anzusprechen.

Vielleicht drehe ich auf halbem Weg wieder um oder gehe erst gar nicht los. Von Außen betrachtet fehlte es mir dann an Selbstvertrauen. Auf meiner inneren Verarbeitungsebene habe ich vielleicht Dinge wahrgenommen, wie ich einen Korb bekomme. Vielleicht habe ich mir in Gedanken sogar eingeredet:“Was ist wenn Du abgewiesen wirst? Geh lieber erst gar nicht hin!“

Nur wenn ich meinen eigenen Gedanken vertraue, würde ich diesen folgen und tatsächlich nicht zu der hübschen Frau gehen. Würde ich diesen Gedanken kein Vertrauen schenken, wäre ich ja hinüber gegangen. Und hätte sie angesprochen. Wir können also das Selbstvertrauen als das Vertrauen in die eigenen Gedanken definieren. Und diese Vertrauen in die eigenen Gedanken ist immer maximal.

Man könnte es sogar digital betrachten. Es lässt sich nicht auf eine Stufe zwischen 0 und 10 Punkten bringen. Es ist immer da.

Das sind Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

Wenn wir das Selbstvertrauen so definieren, dann wäre das Selbstbewusstsein: Wie bewusst bist Du Dir darüber, dass Du Deinen eigenen Gedanken immer maximal vertraust? Und das Selbstwertgefühl würde daraus entstehen, wie oft Du etwas gemacht hast, was Du auch machen wolltest. Und wie oft Du Dinge bleiben lässt, die Du auch nicht machen möchtest.

Besonders wichtig beim Selbstvertrauen finde ich, dass wir dieses Vertrauensverhältnis zu den eigenen Gedanken nicht verändern wollen. Diese Vertrauensbasis existiert ja bereits und wir dürfen sie sichern. Es geht vielmehr darum, welchen Gedanken konkret Du in Zukunft Vertrauen schenkst. Du könntest weiterhin passiver Zuschauer und Zuhörer Deiner eigenen Gedanken bleiben.

Oder Du fängst an, aktiv zu denken! Und wenn Du anfängst, aktiver zu denken, wirst Du viele Gedanken kennen lernen, die Du so in Zukunft nicht mehr denken möchtest. Mache Dir konkrete Gedanken darüber, welche Gedanken Du anstelle dieser unerwünschten in Zukunft denken möchtest! Führe Dir immer wieder Deine Ziele vor Augen, die Du erreichen möchtest.

Nimm noch einmal das Beispiel der hübschen Frau: Im ersten Gedankengang habe ich mir ein Bild davon gemacht, wie ich einen Korb kriege. Das ist aber gar nicht mein Ziel. Mein Ziel ist doch vielmehr, dass ich sie anspreche. Und ich visualisiere mir, wie wir ein nettes Gespräch führen.

Diesen Informationen auf meiner inneren Verarbeitungsebene schenke ich auch wieder Vertrauen. Und damit ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass ich zu ihr rüber gehe und sie anspreche.