Hilfe bei einer abhängigen Persönlichkeitsstörung: Therapiemöglichkeiten im Überblick
Wenn Du Dich in Deinem Leben oft von anderen abhängig machst und Dich schwer tust, eigene Entscheidungen zu treffen, könnte eine abhängige Persönlichkeitsstörung (APS) vorliegen. Doch keine Sorge: Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die Dir dabei helfen können, unabhängiger und selbstbewusster zu werden. In diesem Blogbeitrag erfährst Du mehr über die verschiedenen Ansätze.
Was ist eine abhängige Persönlichkeitsstörung?
Eine abhängige Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die sich durch ein hohes Maß an Bedürfnis nach Unterstützung und Bestätigung von anderen Menschen auszeichnet. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, Entscheidungen selbstständig zu treffen und sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Sie neigen dazu, sich anderen Menschen unterzuordnen und ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Diese Abhängigkeit kann dazu führen, dass Betroffene in ungesunden Beziehungen verbleiben oder sich von anderen ausnutzen lassen. Die Ursachen dieser Störung sind vielfältig und können sowohl genetisch als auch durch traumatische Erfahrungen in der Kindheit bedingt sein. Eine Therapie kann helfen, die Abhängigkeit zu reduzieren und das Selbstwertgefühl zu stärken. Es gibt verschiedene Ansätze wie zum Beispiel Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse, die je nach individueller Situation des Betroffenen eingesetzt werden können. Wichtig ist es dabei vor allem, dass der Patient sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst wird und lernt, diese auch zu kommunizieren. Auch eine Unterstützung durch Familie und Freunde kann hilfreich sein, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Eine erfolgreiche Behandlung ist möglich, wenn der Betroffene bereit ist, an sich selbst zu arbeiten und seine Abhängigkeit langsam aber sicher abzubauen.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Wenn du an einer abhängigen Persönlichkeitsstörung leidest, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die dir helfen können. Eine Möglichkeit ist eine Psychotherapie, bei der du lernst, deine Selbstständigkeit und Autonomie zu stärken und dich von deiner Abhängigkeit zu lösen. Hierbei kann eine Verhaltenstherapie oder auch eine tiefenpsychologische Therapie zum Einsatz kommen. Auch eine Gruppentherapie kann hilfreich sein, da du hier von anderen Betroffenen lernen und dich austauschen kannst. In manchen Fällen kann auch eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, um begleitende Symptome wie Ängste oder Depressionen zu behandeln. Wichtig ist jedoch, dass die Therapie individuell auf deine Bedürfnisse angepasst wird und dass du bereit bist, an dir selbst zu arbeiten. Eine erfolgreiche Behandlung hängt in hohem Maße davon ab, wie motiviert du bist und wie sehr du bereit bist, Veränderungen zuzulassen.
Wie kann man an einer abhängigen Persönlichkeitsstörung arbeiten?
Wenn du an einer abhängigen Persönlichkeitsstörung leidest, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du daran arbeiten kannst. Eine Möglichkeit ist eine psychotherapeutische Behandlung, bei der du lernst, dich von deiner Abhängigkeit zu lösen und ein eigenständiges Leben zu führen. Hierbei kann eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie helfen. In der Verhaltenstherapie werden konkrete Handlungsstrategien erarbeitet, um dein Verhalten zu verändern und deine Selbstständigkeit zu fördern. In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie werden hingegen die Ursachen deiner Abhängigkeit erforscht und bearbeitet. Auch eine Gruppentherapie kann hilfreich sein, um dich mit anderen Betroffenen auszutauschen und voneinander zu lernen. Neben der psychotherapeutischen Behandlung können auch Selbsthilfegruppen, Achtsamkeitsübungen oder Sport dazu beitragen, dass du dich von deiner Abhängigkeit lösen kannst. Wichtig ist jedoch immer, dass du bereit bist, an dir zu arbeiten und aktiv Veränderungen anzustreben. Nur so kann eine erfolgreiche Behandlung möglich sein.
Welchen Einfluss haben Familien auf die Behandlung von Personen mit abhängiger Persönlichkeitsstörung?
Ein wichtiger Faktor bei der Behandlung von Personen mit abhängiger Persönlichkeitsstörung ist die Rolle der Familie. Familienmitglieder haben oft einen großen Einfluss auf das Verhalten und die Einstellungen der Betroffenen. Eine unterstützende Familie kann dazu beitragen, dass der Therapieerfolg positiv ausfällt. Es ist jedoch auch möglich, dass eine belastende oder überfürsorgliche Familie den Heilungsprozess behindert. In vielen Fällen kann es hilfreich sein, Familienmitglieder in die Therapie einzubeziehen, um Verhaltensmuster aufzudecken und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Dabei ist es wichtig, dass alle Beteiligten offen und ehrlich miteinander kommunizieren und sich gegenseitig unterstützen. Im Idealfall kann die Familie ein unterstützendes Netzwerk bieten, das dem Betroffenen dabei hilft, seine Abhängigkeit zu überwinden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Ist die Behandlung von Personen mit abhängiger Persönlichkeitsstörung erfolgreich und wenn ja, warum?
Wenn es um die Behandlung von Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung geht, gibt es durchaus Erfolge zu verzeichnen. Die Therapie kann helfen, das Selbstwertgefühl und die Autonomie des Patienten zu stärken sowie seine Fähigkeiten zur Selbstregulation zu verbessern. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine spezielle Form der Psychotherapie, die sogenannte psychodynamische Kurzzeittherapie. Diese setzt an den zugrundeliegenden Konflikten und Mustern an und hilft dem Patienten, diese zu verstehen und aufzulösen. Auch Gruppentherapien können sehr effektiv sein, da sie den Betroffenen helfen, sich selbst und ihre Beziehungen zu anderen besser zu verstehen und neue Verhaltensmuster einzuüben. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass eine erfolgreiche Behandlung auch immer von der Mitarbeit des Patienten abhängt. Nur wenn er sich aktiv auf die Therapie einlässt und bereit ist, Veränderungen anzustoßen, kann diese wirklich erfolgreich sein. Außerdem sollten auch Familienmitglieder in die Therapie miteingebunden werden, da sie eine wichtige Rolle im Leben des Betroffenen spielen können und ihn unterstützen sollten. Insgesamt lässt sich sagen, dass eine abhängige Persönlichkeitsstörung zwar eine schwere Erkrankung ist, aber mit Hilfe einer geeigneten Therapie durchaus erfolgreich behandelt werden kann.
Hilfe bei einer abhängigen Persönlichkeitsstörung – Therapiemöglichkeiten im Überblick
Im Fazit lässt sich sagen, dass es viele verschiedene Therapiemöglichkeiten gibt, um Personen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung zu helfen. Eine erfolgreiche Behandlung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Bereitschaft des Betroffenen, an sich selbst zu arbeiten und Veränderungen zuzulassen. Auch die Unterstützung durch Familie und Freunde kann einen großen Einfluss auf den Erfolg der Therapie haben. Wichtig ist es vor allem, eine individuelle Behandlung anzustreben und auf die Bedürfnisse des Betroffenen einzugehen. Eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Unterstützung kann dabei oft sinnvoll sein. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass eine abhängige Persönlichkeitsstörung nicht vollständig geheilt werden kann, sondern ein Leben lang begleitet. Dennoch können Betroffene lernen, mit ihrer Störung umzugehen und ein erfülltes Leben zu führen.
Hier der ursprüngliche Artikel
Die abhängige Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch überstarke Trennungsängste, klammerndes Verhalten, geringes Selbstbewusstsein und depressive Grundstimmung. Die Häufigkeit in der Bevölkerung wird auf weniger als 1 % Prozent geschätzt. Andere Bezeichnungen für das Störungsbild sind auch dependente oder asthenische Persönlichkeitsstörung. Zusätzlich typisch für diese Persönlichkeitsstörung sind mangelndes Durchsetzungsvermögen und geringe Eigeninitiative.
Betroffene Personen fühlen sich schwach, hilflos und inkompetent, weswegen sie häufig ihre Mitmenschen für sich entscheiden lassen. Anderen gegenüber erscheinen sie passiv, unterwürfig und anhänglich. Aus Angst verlassen zu werden, äußern sie Ihre eigene Meinung oft nicht. Anders jedoch als etwa bei Personen mit ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung steht bei ihnen das Bedürfnis des Umsorgt-Werdens im Vordergrund.
Beschreibung
Ein Grundproblem der dependenten Persönlichkeit (DP) besteht darin, dass Ambiguitätstoleranz kaum vorhanden ist. Die Ambiguitätstoleranz wird auch als Unsicherheits- oder Ungewissheitstoleranz bezeichnet – sie ist die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen zu ertragen. Dependente Persönlichkeiten besitzen sehr wenig Bezug zu sich selbst; somit mangelt es an Willenskraft. Sie kopieren oft den Willen anderer und setzen ihn dorthin, wo eigener Wille gefragt ist. Es geht ihr dabei nicht um die soziale, emotionale Bindung zu einem Menschen, oder zu bestimmten Menschengruppen, sondern es geht im Grunde um Objekte, es geht um ein Mittel zur Meinungsfindung. Eine emotionale Bindung reicht über die eines Kindes oft nicht hinaus.
Dies weist deutlich auf einen Schock im Kindesalter hin, in dem sich das Subjekt einer Situation anpassen musste, der sie kognitiv nicht gewachsen war (z. B. sexueller, körperlicher oder seelischer Missbrauch, Übernahme von Erwachsenenrollen etc.). Eine Form der sog. Ich-Abwehrmechanismen ist die Abspaltung von sich selbst in bestimmten Momenten und Situationen. Oft ist es eine Form der anhaltenden Demütigung, welche die Betroffene Person durch Abspaltung als Form der Ich-Abwehr versucht, zu meiden, oder besser zu ertragen. DP beschreiben oft einen Zustand des „Abdriftens.“
DP ist oft eine Sekundärdiagnose von Menschen mit einer sogenannten Borderline-Persönlichkeit. Beziehungen sind oft intensiv, aber instabil. Dies liegt daran, dass die DP ein völlig anderer Beziehungsaspekt zum Partner führt, als dies umgekehrt der Fall ist. Der DP ist es mehr oder weniger gleichgültig, wer der Partner ist, weil dieser nicht als Subjekt wahrgenommen, sondern zum Objekt und Garant der Sicherheit wird (ähnlich, wie es einem Schiffbrüchigen egal ist, an welchen Strand er gespült wird). Es wird vom Partner ständig Initiative gefordert, wo es definitiv keine Initiative geben kann und wird. Alle Verhaltensweisen, die sich daraus ergeben, sind symptomatisch für eine Persönlichkeitsstörung „höheren Ranges“. Diese Beziehungen werden sehr bald instabil, da ein wirkliches Interesse für das Subjekt fehlt und somit auch kaum Sensibilität für die Interessen und Befindlichkeiten des Gegenübers besteht.
Es wird zwischen zwei verschiedenen Interaktionsmustern innerhalb der dependenten Persönlichkeitsstörung unterschieden: aktive und passive dependente Interaktionsmuster. Aktiv-dependente Interaktionsmuster sind vor allem lebhaft, sozial angepasst und charmant. es besteht eine Neigung zu dramatischer Gefühlsbetonung. Passiv-dependentes Interaktionsmuster zeichnen sich durch Unterwürfigkeit, Zärtlichkeitsbedürfnis und geringe Anpassung aus.
Diagnoseverfahren
Zur Diagnosefindung eignen sich klinische Interviews. Menschen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung haben zu Beginn oft keine Krankheitseinsicht und suchen psychologische Hilfe häufig nicht aus freien Stücken auf. Stattdessen folgen sie in der Regel dem Drängen von Angehörigen.[Aus diesem Grund und wegen der symptomatischen Angst vor Ablehnung sollte eine Fremdeinschätzung (z. B. vom Partner oder von Familienangehörigen) ebenfalls in die Diagnostik einbezogen werden.
Im ICD-10
Im ICD-10 (F 60.7) wurden folgende diagnostische Kriterien für die abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung entwickelt: Die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung (F60) müssen erfüllt sein. Mindestens vier der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:
Ermunterung oder Erlaubnis an andere, die meisten wichtigen Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen
Unterordnung eigener Bedürfnisse unter die anderer Personen, zu denen eine Abhängigkeit besteht, und unverhältnismäßige Nachgiebigkeit gegenüber deren Wünschen
Mangelnde Bereitschaft zur Äußerung selbst angemessener Ansprüche gegenüber Personen, von denen man abhängt
Unbehagliches Gefühl, wenn die Betroffenen alleine sind, aus übertriebener Angst, nicht für sich alleine sorgen zu können.
Häufiges Beschäftigtsein mit der Furcht, verlassen zu werden und auf sich selbst angewiesen zu sein
Eingeschränkte Fähigkeit, Alltagsentscheidungen zu treffen, ohne zahlreiche Ratschläge und Bestätigungen von anderen.