Wenn der Körper sich selbst angreift: Ursachen und Behandlung der Sklerodermie

Dein Körper soll dich eigentlich schützen, aber manchmal greift er sich selbst an. Die Sklerodermie ist eine solche Autoimmunerkrankung, bei der das Bindegewebe verhärtet und versteift. In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten dieser Krankheit.

Was ist Sklerodermie?

Wenn der Körper sich selbst angreift, kann dies zu verschiedenen Autoimmunerkrankungen führen. Eine davon ist Sklerodermie, auch als systemische Sklerose bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung, bei der das Bindegewebe des Körpers verhärtet und vernarbt. Dies kann verschiedene Organe betreffen, wie die Haut, das Herz oder die Lunge. Es gibt zwei Hauptformen von Sklerodermie: die begrenzte und die diffuse Form. Die begrenzte Form betrifft meist nur die Haut und einige innere Organe wie Speiseröhre oder Lunge, während die diffuse Form den ganzen Körper betreffen kann. Die genauen Ursachen der Sklerodermie sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen können. Zu den Symptomen gehören unter anderem Hautveränderungen, Gelenkschmerzen und Muskelschwäche. Die Diagnose erfolgt meist durch eine gründliche körperliche Untersuchung sowie durch Bluttests und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder CT-Scans. Es gibt keine Heilung für Sklerodermie, aber verschiedene Behandlungen können helfen, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Dazu gehören Medikamente wie Immunsuppressiva oder entzündungshemmende Mittel sowie Physiotherapie oder Ergotherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit. Insgesamt ist Sklerodermie eine komplexe Erkrankung, die eine gründliche Diagnose und ein individuelles Behandlungskonzept erfordert.

Ursachen der Sklerodermie

Die Ursachen der Sklerodermie sind bis heute noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen können. Bei der systemischen Sklerodermie wurde beispielsweise eine erhöhte Aktivität des Immunsystems festgestellt. Die körpereigene Abwehr greift dabei fälschlicherweise gesunde Zellen und Gewebe an, was zu Entzündungen und Schädigungen führen kann. Eine weitere Vermutung ist, dass bestimmte Viren oder Bakterien eine Autoimmunreaktion auslösen können. Auch hormonelle Veränderungen oder eine gestörte Darmflora werden diskutiert. Letztendlich ist die Sklerodermie jedoch ein komplexes Krankheitsbild mit vielen möglichen Ursachen. Eine genaue Diagnosestellung und individuelle Therapie sind daher unerlässlich für die Behandlung der Erkrankung.

Symptome der Sklerodermie

Wenn der Körper sich selbst angreift, kann dies zu einer Reihe von Symptomen führen, die je nach Art und Schweregrad der Erkrankung variieren können. Bei Sklerodermie sind die Symptome oft auf die Haut und das Bindegewebe beschränkt, aber in einigen Fällen kann auch das innere Organsystem betroffen sein. Typische Anzeichen einer Sklerodermie sind Verhärtungen oder Verdickungen der Haut, insbesondere an den Händen und im Gesicht. Die Haut kann auch glänzend oder straff aussehen und ihre Elastizität verlieren. In fortgeschrittenen Fällen können sich auch Geschwüre bilden. Darüber hinaus können Patienten mit Sklerodermie Gelenkschmerzen, Muskelschwäche und Raynaud-Symptome erleben, bei denen die Finger oder Zehen bei Kälte oder Stress weiß werden und dann blau oder rot werden. Bei Beteiligung innerer Organe können Symptome wie Atemnot, Sodbrennen oder Schluckbeschwerden auftreten. Es ist wichtig, dass diese Symptome frühzeitig erkannt werden, um eine angemessene Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.

Diagnose der Sklerodermie

Wenn es um die Diagnose der Sklerodermie geht, ist es wichtig zu wissen, dass es keine spezifischen Tests gibt, die diese Erkrankung eindeutig feststellen können. Stattdessen wird die Diagnose anhand einer Kombination von Symptomen, körperlichen Untersuchungen und Laboruntersuchungen gestellt. Der Arzt wird den Patienten zunächst nach seinen Symptomen und seiner Krankheitsgeschichte befragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Hierbei liegt der Fokus auf der Hautveränderung und den Verhärtungen im Gewebe. Darüber hinaus können verschiedene Bluttests durchgeführt werden, um das Vorhandensein von bestimmten Antikörpern festzustellen, die mit Sklerodermie in Verbindung gebracht werden. Eine Biopsie kann ebenfalls zur Unterstützung der Diagnose verwendet werden. Insgesamt ist die Diagnose von Sklerodermie eine Herausforderung und erfordert eine gründliche Bewertung aller verfügbaren Informationen. Wenn du glaubst, dass du möglicherweise an Sklerodermie leidest, solltest du einen Termin mit einem Facharzt vereinbaren, um eine korrekte Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Behandlung der Sklerodermie

Wenn es um die Behandlung der Sklerodermie geht, ist es wichtig zu betonen, dass es keine Heilung für diese Krankheit gibt. Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Es gibt verschiedene Ansätze, um dies zu erreichen. Zum Beispiel können Medikamente eingesetzt werden, um den Blutfluss zu verbessern und Entzündungen zu reduzieren. Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit der Gelenke und Muskeln zu erhalten und Schmerzen zu lindern. Auch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung kann dazu beitragen, die Symptome der Sklerodermie zu verringern. In einigen Fällen kann auch eine Stammzelltransplantation in Betracht gezogen werden. Allerdings ist dies ein sehr invasiver Eingriff mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen, weshalb er nur bei schweren Fällen von Sklerodermie in Erwägung gezogen wird. Letztlich hängt die Wahl der besten Behandlungsmethode von vielen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Erkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand des Patienten. Es ist daher wichtig, sich von einem erfahrenen Arzt oder Spezialisten beraten zu lassen, um die bestmögliche Therapie für die eigene Situation zu finden.

Fazit

Nun hast du einen umfassenden Einblick in die Sklerodermie und ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung erhalten. Doch wie lautet das Fazit? Die Sklerodermie ist eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Es gibt verschiedene Formen der Sklerodermie, die sich in ihrem Verlauf und den betroffenen Organen unterscheiden. Eine frühzeitige Diagnosestellung sowie eine individuelle Therapie sind entscheidend für den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität der Betroffenen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von Medikamenten bis hin zu Physiotherapie und Ergotherapie. Wichtig ist auch eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt, um mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Sklerodermie-Diagnose kein Grund zur Verzweiflung ist, sondern dass es Möglichkeiten gibt, mit dieser Erkrankung gut zu leben.


Hier der ursprüngliche Artikel

Die systemische Sklerose bzw. Sklerodermie ist eine autoimmune rheumatische Erkrankung aus der Gruppe der Bindegewebserkrankungen, also der Kollagenosen. Leitsymptome sind die Verhärtung der Haut, besonders an den Händen und im Gesicht, und die anfallsartige Minderdurchblutung der Finger oder Zehen als Raynaud-Syndrom. Die Beteiligung innerer Organe wie Verdauungstrakt, Lungen, Herz und Nieren ist möglich und bestimmt wesentlich die Prognose.

Die systemische Sklerose ist nicht heilbar, der Krankheitsverlauf kann aber mit Medikamenten und spezialisierter Rehabilitation verlangsamt oder aufgehalten werden.

Krankheitsbild

Die Sklerodermie breitet sich meist schmerzfrei aus, kann jedoch mit Gelenk- und Muskelschmerzen als Arthralgien und Myalgien einhergehen. Die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs ist variabel und beinhaltet schnelle Verläufe, Verläufe über Jahre und selbstlimitierende Formen, die von alleine zum Stillstand kommen. Wegen der Seltenheit der Erkrankung und des sehr unterschiedlichen Verlaufs mit variabler Organbeteiligung ist die Krankheit vor allem beim Fehlen typischer Symptome z. B. im Frühstadium nur schwer zu diagnostizieren.

Frühsymptome der systemischen Sklerose sind die Verkürzung des unteren Zungenbändchens und das Raynaud-Syndrom. Im Anschluss kommt es zu Ödembildung an Händen und Füßen. Die Haut wird starr, welches an den Fingern als Sklerodaktylie bezeichnet wird, um anschließend zu atrophieren. In diesem Stadium sieht sie wachsartig und dünn aus. Schließlich verformen sich die Hände: Die Finger bleiben in Beugestellung fixiert, bilden eine sog. Krallhand und sind stark verschmälert, welches man als Madonnenfinger bezeichnet. Teilweise treten offene Stellen als Ulzerationen an der Haut auf, die äußerst schmerzhaft sein können und in manchen Fällen so schlecht abheilen, dass Amputationen an Fingern oder Zehen notwendig werden. Ein Absterben der Haut an der Fingerkuppe wird auch als Rattenbissnekrose bezeichnet. Charakteristische Symptome im weiteren Verlauf sind das Maskengesicht mit starrer Mimik, eine sog. Mikrostomie, bei welcher der Mund kann nicht mehr weit geöffnet werden kann, sowie Probleme beim Lidschluss. Radiär angeordnete Falten um den Mund werden als Tabaksbeutelmund bezeichnet.

Aufgrund von Nervenschäden kann die Peristaltik des Magendarmtrakts gestört sein; viele Patienten leiden unter Sodbrennen. Durch Verhärtung der Lunge kann sich das Atemzugvolumen verringern, außerdem wird der Gasaustausch gestört. Durch den Verlust von Lungengefäßen steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf, wodurch das rechte Herz belastet und langfristig geschädigt wird und ein Cor pulmonale entstehen kann. Zudem kann es durch Exsudatbildung zu Pleuraergüssen kommen. Das Herz kann auch direkt von der Sklerose betroffen sein. All diese Prozesse schränken die körperliche Leistungsfähigkeit ein. Das Risiko für Lungenentzündung und Herzinfarkt ist erhöht. Prognostisch wichtig ist außerdem die Beteiligung der Niere, die für die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich ist.

Formen

Sind Rumpf, Oberarme oder Oberschenkel betroffen, spricht man von einer diffusen, ansonsten von einer limitierten systemischen Sklerose. Das sogenannte CREST-Syndrom (Kalkablagerungen in der Haut, Raynaud-Syndrom, Speiseröhrenbeteiligung, Sklerodaktylie, Teleangiektasien) ist eine prototypische Verlaufsform der limitierten systemischen Sklerose.

Die diffuse Form schreitet rascher und häufiger schubformig voran und befällt früher innere Organe. Die limitierte Form beginnt typischerweise an den Händen und breitet sich in Richtung Körperstamm aus; es kommt häufiger zu einem Bluthochdruck im Lungenkreislauf.

Von der systemischen Sklerose klar abzugrenzen ist die zirkumskripte Sklerodermie, auch Morphea genannt. Dabei handelt es sich um ein dermatologisches Krankheitsbild, das nie die Hände und nie innere Organe befällt. Im Gegensatz zur systemischen Sklerose ist die Hautverhärtung auf umschriebene Areale begrenzt und die Lebenserwartung nicht reduziert.

Ursachen

Die Ursache der Sklerodermie ist nicht genau bekannt. Genetische Faktoren und krankhafte autoimmunologische Prozesse sind nachgewiesen worden.

Diagnostik

Im Labor lassen sich in 90 % der Fälle antinukleäre Antikörper (ANA) nachweisen. Bei genauerer Differenzierung der antinukleären Antikörper finden sich in 40 % der diffusen Verläufe Anti-SCL 70 und in 70 % der limitierten Verläufe Anti-Zentromer-Antikörper. Die Kapillarmikroskopie des Nagelfalzes kann schnell und einfach Veränderungen an den kleinsten Gefäßen nachweisen. Bei unklarem Hautbefund kann eine Biopsie Klarheit bringen. Im Röntgenbild der Hände sind ggf. Kalkablagerungen in der Haut oder Knochenfraß an den Fingerendgliedern sichtbar.

Die Beteiligung der Niere wird durch Messung des Kreatinins im Blut und der Eiweißausscheidung im Urin überwacht. Zum Nachweis und zur Beobachtung einer Lungenfibrose eignen sich die Computertomographie und die Lungenfunktionsuntersuchung mit Diffusionstestung. Ein Lungenbluthochdruck kann indirekt in der Echokardiografie gezeigt werden; zur Sicherung der Diagnose dient der Rechtsherzkatheter.

Therapie

Eine Heilung ist bisher nicht möglich; die Therapie erfolgt individuell an den vorliegenden Symptomen und Organbeteiligungen orientiert. Zu den nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen und offenen Stellen gehören Physiotherapie, Ergotherapie, Massagen und Phototherapien, als Lichtbestrahlungen. Das Vermeiden von Kälte oder das Tragen Handschuhe verringert die Häufigkeit der Raynaud-Symptomatik. Betablocker sollten vermieden werden, Calciumantagonisten vom Nifedipin-Typ sind dagegen günstig. Zur Verbesserung der Durchblutung und Senkung des kardiovaskulären Risikos sollte u.U. unbedingt das Rauchen aufgegeben werden. ACE-Hemmer schützen die Nieren.

Die Fibrose von Haut und Lunge lässt sich durch Immunsuppressiva günstig beeinflussen. Glucocorticoide werden deshalb nur noch kurzfristig und niedrig dosiert in der ödematösen Frühphase der Krankheit eingesetzt.

Prognose

Die Gesamtprognose wird nicht vorrangig bestimmt von der Symptom- und Befundentwicklung in den einzelnen befallenen Körperregionen. Die Verläufe können jeweils sehr schwer einschätzbar sein. Fulminante Verläufe können innerhalb von wenigen Monaten zum Tode führen. Bei Frauen ist der Verlauf eher günstiger als bei Männern.

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