Listeriose

Die Listeriose ist eine durch Bakterien der Gattung Listeria verursachte Infektionskrankheit bei Tieren und Menschen. Listerien kommen praktisch überall vor – sie sind ubiquitär. Sie gelten als Schmutzkeim und sind besonders in Abwässern, Böden sowie verunreinigtem Wasser, Lebens- und Futtermitteln verbreitet. Da Listerien somit eher als Erd- oder Fäulniskeime anzusehen sind, wird die Erkrankung auch als „Geonose“ oder „Sapronose“ bezeichnet. Die direkte Ansteckung von Tier zu Tier, Tier zu Mensch oder von Mensch zu Tier findet praktisch nicht statt. Die Ansteckung erfolgt über den Mund oder als Schmierinfektion bei Weichteilinfektionen.

Diagnostik

Die Diagnose ist klinisch kaum sicher zu stellen. Im Blutbild zeigt sich ein Anstieg des Gehalts an weißen Blutkörperchen, also eine Leukozytose. Die Untersuchung des Gehirnwassers zeigt eine Pleozytose mit vermehrter Zahl mononukleärer Zellen. Auch das pathologische Bild ist nicht charakteristisch. Serologische Untersuchungen, also Antikörpernachweise, haben keinerlei Aussagekraft. Nur eine bakteriologische Untersuchung kann die Diagnose endgültig sichern. Bei einer Hirnhautentzündung ergibt sich der Verdacht auf eine Listeriose in der Regel schon aus dem Nachweis grampositiver Stäbchen im Liquor cerebrospinalis. Dabei handelt es sich fast immer um Listerien.

Therapie

Das größte Problem der Therapie ist, dass kaum rechtzeitig eine sichere Diagnose gestellt werden kann, da der Erregernachweis nicht immer gelingt. Der Erreger der Listeriose ist zwar empfindlich gegenüber vielen Antibiotika, aufgrund der unklaren Symptomatik beginnt die Behandlung aber häufig zu spät. Ein weiteres Problem der Therapie ist, dass der Erreger fakultativ intrazellulär vorkommt, wo er für einige Antibiotika nicht angreifbar ist. Darüber hinaus sind die Patienten in der Regel immungeschwächt, so dass körpereigene Abwehrmechanismen die medikamentelle Therapie nur unzureichend unterstützen. Als Therapie der Wahl gilt die Behandlung mit Ampicillin.

Vorbeugung

Die sicherste Prophylaxe vor Lebensmittelinfektionen beim Menschen ist das ausreichende Erhitzen. Gemüse sollte sorgfältig gewaschen und getrennt von rohem Fleisch gelagert werden. Hände, Messer und Flächen sollten nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Gemüse gut gewaschen werden. Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko wie Schwangere, Ältere und Schwerkranke sollten rohes Fleisch, rohen Fisch , Rohmilch und Rohmilchprodukte wie grundsätzlich meiden und Fertiggerichte kurz vor dem Verzehr noch einmal erhitzen.

Meldepflicht

In Deutschland ist bei Menschen der direkte Nachweis von Listeria monocytogenes aus Blut, Liquor oder anderen normalerweise sterilen Substraten sowie aus Abstrichen von Neugeborenen namentlich meldepflichtig, sofern der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.