Windpocken und Gürtelrose

Die Windpocken werden durch das Varizella Zoster Virus ausgelöst und im direkten Kontakt über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 10 – 21 Tage. Es besteht die Möglichkeit einer Lebendimpfung – diese wird häufig als MMR(V) Impfung zusammen gegen Mumps, Masern und Röteln als Kombinationswirkstoff gegeben. Nachdem das Virus über den Nasen-Rachen-Raum oder auch die Bindehäute in den Körper gelangt ist, verbreitet es sich in der virämische Phase in der Haut und löst hier das typische Exanthem und Enanthem aus. Zudem wandern sie in die Spinalganglien, wo sie persistieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder reaktivieren können – und dann das Beschwerdebild der Gürtelrose auslösen können. Die infizierten Patienten sind ca. 2 Tage vor und bis 7 Tage nach Auftreten des Exanthems ansteckend. 

Symptome der Windpocken

Es bestehen Allgemeinsymptome wie Fieber und Mattigkeit. Das sich schubweise entwickelnde Exanthem, welches auch als „Sternenhimmelexanthem“ bezeichnet wird, ist stark juckend und geht mit Bläschen, Krusten, Papeln und Roseolen einher. Befallen sind die gesamte behaarte Haut und die Schleimhäute – insofern sind Handflächen und Fußsohlen ausgespart. Sofern die Effloreszenzen aufgekratzt werden, können Narben zurück bleiben. Als Komplikationen können eine Mittelohrentzündung, eine Lungenentzündung, eine Meningeale Reizung oder auch eine bakterielle Infektion des Exanthems auftreten. Bedingt durch die breit angewandte Impfung ist das Krankheitsbild sehr selten geworden. Eine Behandlung erfolgt symptomatisch gegen die Hautbeschwerden. 

Symptome der Gürtelrose

Verschiedene Auslöser wie Stress oder eine andere Schwächung des Immunsystems können die Reaktivierung der Varizella Zoster Viren bedingen.  Entsprechend der Lokalisation der Viren wandern diese entsprechend des befallenen Dermatoms am Nerv entlang und breiten sich aus. Häufig ist nur ein Dermatom im Thoraxbereich betroffen. An den betroffenen Hautstellen kommt es zur Bläschenbildung, die mit starken neuralgischen Schmerzen und Gefühlsveränderungen einhergehen kann. Zudem können auch nach Abheilen der Hauterscheinung noch lange Zeit chronifizierte Schmerzen bestehen. Normalerweise ist eine Gürtelrose zwar äußerst unangenehm, aber ungefährlich. Kritisch sind der Befall des Nervus opticus und Nervus ophthalmicus bzw ein Zoster generalisatus bei Abwehrschwäche. Therapeutisch können antivirale und schmerzlindernde Medikamente gegeben werden. Zudem wird älteren Patienten prophylaktisch auch Pregabalin verabreicht, um eine Ausbildung postzostischer chronischer Neuralgien zu verhindern.