Pseudokrupp und Epiglottitis

Der Begriff Pseudokrupp leitet sich von dem schottischen Wort „croup“ für Heiserkeit ab. Hierbei kommt es zu einer unspezifischen Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes Unterhalt der Stimmritze, also unterhalb der Glottis. Der Pseudokrupp tritt meist auf Grundlage einer viralen Infektion auf. Durch die Entzündung kommt es zu einem anschwellen des Gewebe mit einhergehender Verengung der Atemwege. Bei Kindern sind die Atemwege kleiner als bei einem Erwachsenen, weshalb zumeist Kinder bis zum 7. Lebensjahr betroffen sind.

Symptome des Pseudokrupp

Symptomatisch bestehen heisere Stimme, ein trockener bellender Husten und ein inspiratorischer Stridor. Dies sind pfeifende Geräusche bei der Einatmung. Bei einer nicht-ausreichenden Sauerstoffversorgung können auch eine Tachykardie, also ein schneller Herzschlag, und eine Zyanose auftreten, welche man an einer Blaufärbung der Lippen sieht. Diese Symptome treten häufig mitten in der Nacht bei zuvor gesunden Kindern auf. Es kommt auch zu häufigen Allgemeinsymptomen wie einem mäßigen Fieber, sichtbaren Infektzeichen der oberen Atemwege und einer Abgeschlagenheit. Zudem bestehen eher selten Schluckstörungen und auch nur geringe Halsschwellungen.

Therapie des Pseudokrupp

Therapeutisch steht die Beruhigung des Kindes im Vordergrund. Eine Vorstellung beim Kinderarzt zur weiteren Abklärung ist angezeigt. Die Inhalation von feuchter Luft ist nach aktueller Studienlage nicht hilfreich. Hier werden eher die Gabe von Glukokortikoiden, z.B. als Zäpfchen, empfohlen. Darüber hinaus steht die Behandlung des zugrunde liegenden Infekts im Vordergrund.

Epiglottitis

Die Epiglottitis ist eine bakterielle Infektion, meist durch das Hämophilus Influenzae Typ B. Durch Impfmöglichkeiten ist sie relativ selten geworden – tritt sie allerdings auf, besteht akute Lebensgefahr.

Symptome der Epiglottitis

Es bestehen Symptome wie eine kloßige Stimme, welche bis hin zur Stimmlosigkeit reichen kann. Husten ist meist nicht mehr vorhanden und es kann sich ein sehr hohes Fieber einstellen. Es kann zudem zu einem starken Speichelfluss, einer stark ausgeprägten Schluckstörung sowie Halsschwellungen. Die Epiglottitis beginnt sehr plötzlich ist und häufig bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr zu beobachten.

Therapie der Epiglottitis

Es sollte so schnell wie möglich mit einer medikamentösen Therapie mit Kortikosteroiden begonnen werden, um ein rasches Abschwellen des Kehldeckels zu erreichen. Zudem keine Verneblung und Inhalation von Adrenalin erfolgen. Gleichzeitig wird eine hochdosierte Antibiotikagabe intravenös verabreicht. Im Notfallgeschehen steht die Sicherung der Atemwege im Vordergrund. Ggf. erfolgt diese durch tracheale Intubation mit intensivmedizinischer Überwachung. Wichtig ist, dass bei v.A. auf eine Epiglottitis keine diagnostische Racheninspektion durchgeführt werden darf. Dies kann zu einem reflektorischen Laryngospasmus, also einem Verkrampfen der Stimmritze, und einhergehender Erstickungsgefahr führen.