Dyspraxie verstehen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Dyspraxie ist eine neurologische Erkrankung, die oft bei Kindern diagnostiziert wird. In diesem Blogartikel erfährst du, welche Ursachen und Symptome es gibt und wie Dyspraxie behandelt werden kann. Lass uns gemeinsam mehr darüber lernen!

Dyspraxie: Eine kurze Einführung

Dyspraxie ist eine neurologische Störung, die das Erlernen von Bewegungen und koordinierten Handlungen beeinträchtigt. Es wird auch oft als Entwicklungs-Koordinations-Störung (EKS) bezeichnet. Menschen mit Dyspraxie haben Schwierigkeiten bei der Planung und Ausführung von Bewegungen, insbesondere bei komplexen oder neuen Aufgaben. Diese Schwierigkeiten können sich auf verschiedene Bereiche auswirken, wie zum Beispiel das Schreiben, die Feinmotorik oder das Sprechen. Dyspraxie betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene und kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Während die genauen Ursachen noch nicht vollständig verstanden sind, gibt es Hinweise darauf, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren, Problemen während der Geburt und Umweltfaktoren zur Entwicklung von Dyspraxie beitragen kann. Es ist wichtig zu verstehen, dass Dyspraxie keine intellektuelle Beeinträchtigung darstellt und Betroffene in anderen Bereichen sehr erfolgreich sein können. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können Menschen mit Dyspraxie lernen, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern und ein erfülltes Leben zu führen.

Ursachen der Dyspraxie

Um die Ursachen der Dyspraxie zu verstehen, müssen wir uns zunächst mit den Entwicklungsprozessen im Gehirn beschäftigen. Bei Menschen mit Dyspraxie sind bestimmte Bereiche des Gehirns, die für die Planung und Ausführung von Bewegungen zuständig sind, nicht vollständig entwickelt. Dies kann genetische Gründe haben oder durch äußere Faktoren wie eine Frühgeburt oder ein Trauma während der Geburt verursacht werden. Auch Umweltfaktoren wie Mangelernährung oder Exposition gegenüber Giftstoffen können eine Rolle spielen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die genauen Ursachen der Dyspraxie noch nicht vollständig erforscht sind und dass jeder Fall individuell sein kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann jedoch dazu beitragen, die Symptome zu lindern und den Betroffenen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Symptome der Dyspraxie

Wenn man Dyspraxie verstehen möchte, ist es wichtig, sich mit den Symptomen dieser Störung auseinanderzusetzen. Menschen mit Dyspraxie haben Schwierigkeiten bei der Planung und Ausführung von Bewegungen und Handlungen. Dies kann sich auf verschiedene Bereiche auswirken, wie zum Beispiel die Feinmotorik, Grobmotorik oder auch die Sprache. Ein typisches Symptom der Dyspraxie ist eine ungeschickte Bewegungsweise, welche oft zu Stürzen oder Verletzungen führen kann. Auch das Halten von Gegenständen oder das Schreiben fällt Menschen mit Dyspraxie schwerer als anderen. Es kann auch vorkommen, dass Betroffene Schwierigkeiten beim Essen haben oder Probleme damit haben, ihre Kleidung selbstständig anzuziehen. In vielen Fällen gehen diese motorischen Einschränkungen auch mit einer schlechteren Koordination einher. Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Menschen mit Dyspraxie dieselben Symptome zeigen und dass sich diese auch im Laufe des Lebens verändern können. Um eine Diagnose der Dyspraxie stellen zu können, müssen jedoch mindestens zwei dieser Symptome vorhanden sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei Dyspraxie

Wenn es um die Behandlung von Dyspraxie geht, gibt es viele Ansätze, die auf die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt werden sollten. Eine häufige Methode ist die Ergotherapie, bei der gezielte Übungen und Aktivitäten durchgeführt werden, um das motorische Gedächtnis zu verbessern und die Koordination zu stärken. Auch Sprachtherapie kann hilfreich sein, um die verbale Kommunikation und Aussprache zu verbessern. Darüber hinaus können auch alternative Therapiemethoden wie Musik- oder Kunsttherapie eingesetzt werden, um kreative Ausdrucksformen zu fördern und das Selbstbewusstsein zu stärken. Es ist wichtig zu betonen, dass keine Behandlungsmethode allein ausreicht, um Dyspraxie zu bewältigen. Eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen sowie einer unterstützenden Umgebung kann jedoch dazu beitragen, dass Betroffene besser mit den Herausforderungen von Dyspraxie umgehen können.

Wie man Dyspraxie verstehen und behandeln kann

Nun hast Du einen umfassenden Überblick über Dyspraxie erhalten, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Wie kannst Du nun Dyspraxie verstehen und behandeln? Zunächst ist es wichtig zu erkennen, dass jeder Fall von Dyspraxie einzigartig ist und individuell behandelt werden muss. Eine multidisziplinäre Herangehensweise ist oft am effektivsten, da sie verschiedene Fachgebiete wie Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie kombiniert. Der Fokus sollte auf der Verbesserung der motorischen Fähigkeiten sowie der kognitiven und sprachlichen Entwicklung liegen. Es gibt auch bestimmte Techniken wie das Training von visuellen und räumlichen Fähigkeiten oder die Verwendung von speziellen Hilfsmitteln wie Schreibgriffen oder Computermäusen. Eine frühzeitige Diagnose und Intervention kann den Erfolg der Behandlung erhöhen. Durch eine gezielte Therapie können Kinder mit Dyspraxie ihre motorischen Fähigkeiten verbessern, was zu einer Steigerung des Selbstbewusstseins und der Lebensqualität führt. Insgesamt ist es wichtig zu betonen, dass Dyspraxie kein Hindernis für eine erfolgreiche Zukunft darstellt. Mit Unterstützung und den richtigen Behandlungsmethoden können Kinder mit Dyspraxie ihre Potenziale ausschöpfen und ein erfülltes Leben führen.


Hier der ursprüngliche Artikel

Dyspraxie ist eine lebenslange Koordinations- und Entwicklungsstörung, die häufiger bei männlichen als bei weiblichen Personen diagnostiziert wird und schätzungsweise 8–10 % aller Kinder betrifft. Bei „entwickelter Dyspraxie ist es schwierig, seinen eigenen Körper das tun zu lassen, was wir wollen, wenn wir wollen, dass er es tut“, und dass diese Schwierigkeiten als signifikant angesehen werden können, wenn sie in dem Bereich normaler Aktivitäten, die von Kindern eines gewissen Alters erwartet werden, stören.

Symptome

Die weitere gängige Bezeichnung „Syndrom des ungeschickten Kindes“ weist auf die grob- und feinmotorischen Schwierigkeiten des Patienten hin. So fallen z. B. bei freigehaltenen Gliedmaßen choreatische Bewegungen auf und es kommt zu Schwierigkeiten bei der gleichzeitigen Bewegung beider Arme und Beine. Es fällt dem Betroffenen schwer, seine Gliedmaßen so zu bewegen, wie er es will. Die Störung betrifft sowohl die Fähigkeit der Handlungsplanung als auch das Erlernen von Handlung, also die Speicherfunktion im Gehirn für Handeln. Es gibt zwei Arten dyspraktischer Störung: Sie kann das direkte Handeln betreffen oder die theoretische Reflexion.

Ursachen

Die Ursache der entwicklungsbedingten Dyspraxie ist möglicherweise eine Folge unreifer Neuronenentwicklung. Häufig ist Dyspraxie Teil eines Kontinuums verwandter Koordinations- und Entwicklungsstörungen. Die Dyspraxie ist oft mit anderen Störungen verbunden, beispielsweise mit dem Asperger-Syndrom, Autismus, der Dyslexie, Dyskalkulie und der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Auch allgemeine Hypermobilität der Gelenke kann Dyspraxie verursachen, insbesondere bei erblich bedingten Bindegewebsdefekten, wie dem Hypermobilitätssyndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom oder dem Marfan-Syndrom.

Folgen und Komplikationen

Durch die Bewegungsstörungen wird der Alltag (z. B. das Essen, Trinken, Waschen, Anziehen und die Arbeit) stark beeinträchtigt. Dadurch sind die Kinder, später die Jugendlichen, Erwachsenen in allen Handlungen des Alltags signifikant verlangsamt und in den Handlungsergebnissen deutlich unter dem Durchschnitt. Schwierigkeiten zeigen sich auch bei der Reflexion eigener Leistung. Alles scheint in Ordnung, Kritik wird dann meist als Angriff auf die eigene Person gewertet. Manche der Handlungen fallen aus, werden durch Gedankenspiele, Fantasiegeschichten ersetzt. In der Fantasiebildung liegt häufig eine gute Ressource.

Die motorische Entwicklung ist allgemein verzögert: Da Handlungen nur erschwert geplant und erlernt werden, sind alle motorischen Entwicklungsschritte verzögert, damit die sensorische Entwicklung. Die Koordination ist erschwert. Folgen davon sind in der weiteren hirnorganischen Entwicklung zu bemerken, da der Reifungsprozess zwingend von sensorischen Impulsen abhängig ist. Folgen dabei sind auch zusätzliche Schwierigkeiten in Seriation, Raumlage… was sich auf Rechtschreibung, Rechnen, also auf die Kulturtechniken allgemein auswirkt. Motorische Defizite wirken sich im gesamten Leben aus: Es kommt leicht zu Stürzen und Unfällen, z. B. im Bad.

Kinder haben Schwierigkeiten beim Spielen: Sie setzen Spielimpulse erschwert in Handlungen um, der Spielprozess ist verzerrt oder bleibt aus. Dadurch kommt es zur Verzögerung, Verzerrung in der Spielentwicklung mit allen Folgen auf die gesamte Entwicklung.

Schulische Entwicklung

Die geringe Fähigkeit in der Handlungsplanung bewirkt, dass die Voraussetzungen für alle Lernleistungen nur erschwert gegeben sind und dass zusätzlich viel intellektuelle Energie in den kleinen Dingen, die nicht direkt zur Aufgabenbewältigung dienen, gebunden ist. (Wie z.B. Buch aufschlagen, Heft aufschlagen, Stift aussuchen, bereitlegen, Lineal anlegen…)

Folgen für die psychische Entwicklung

Defizite der Störung sind schwer zu erkennen und werden meist mit Faulheit, Träumerei, Provokation verwechselt. Dadurch sind die Betroffenen der permanenten Kritik anderer ausgesetzt. Sie selbst können meist ihre Schwierigkeiten nicht erklären und die anderen deuten sie in moralischer Weise. Das führt zu Selbstzweifel, großen Defiziten im Selbstbild, in der Selbstwerterfahrung. Häufig werden diese eklatanten Minderwertigkeitserfahrungen mit der Flucht nach vorne ausgeglichen. Betroffene stellen sich in ein bewundernswertes Licht, verdrängen ihre Misserfolge, rühmen Leistungen, die offensichtlich nicht vorhanden sind.

Eltern dyspraktisch auffälliger Kinder

Sie verstehen die eigenen Kinder nicht, können deren Ressourcen und Schwierigkeiten nicht einordnen. Dennoch erkennen die meisten, dass ihre Kinder nicht so dumm sind, wie sie von anderen dargestellt werden. Sie verfallen häufig darin, ihre Kinder in allem zu verteidigen. Spricht man eingehend mit ihnen über die Störung und deren Auswirkungen, erfährt man eine große Erleichterung bei den Eltern, die zuvor noch alle Anfragen abgewehrt haben. Das ist häufig der Einstieg in eine positive Entwicklung.

Berufliche Orientierung und Förderung

Da die Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer wieder in der Schule versagen und unerklärliche Defizite zeigen, werden sie oft in vermeintlich einfache Ausbildungen gesteckt. Oft ist damit eine Fehlentscheidung verbunden. Bei der beruflichen Orientierung ist zu erproben, wo die Ressourcen theoretischer Erarbeitung liegen. So kann es z. B. vorkommen, dass zwar ein Jugendlicher sich in großen Häusern nicht orientieren kann, jedoch die Telefonanlage durchschaut, Nummern nach Orten im Haus sortiert, und logisch sinnvoll bedient.

Therapie

Die Ursachen von Dyspraxie kann man noch nicht behandeln. Man kann jedoch versuchen, die grob- und feinmotorische Koordination zu verbessern, beispielsweise durch Ergotherapie und Krankengymnastik, oder auch Motopädie.

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