Hysterie oder Störung? Was ist eine histrionische Persönlichkeitsstörung und wie geht man damit um?
Du hast vielleicht schon mal von einer histrionischen Persönlichkeitsstörung gehört. Aber was genau bedeutet das? Ist es einfach nur unkontrollierte Hysterie oder eine ernsthafte Störung? In diesem Blogbeitrag erfährst Du alles über diese Persönlichkeitsstörung und wie man damit umgeht.
Was ist Hysterie und wie unterscheidet es sich von einer Störung?
Hysterie ist ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit psychischen Störungen verwendet wird. Doch was bedeutet Hysterie eigentlich genau? Im Gegensatz zu einer Störung ist Hysterie keine anerkannte Diagnose im DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Gebärmutter". Ursprünglich wurde Hysterie als eine Erkrankung angesehen, die ausschließlich Frauen betrifft und auf Probleme im Zusammenhang mit der Gebärmutter zurückzuführen ist. Heute wird der Begriff jedoch nicht mehr verwendet, um eine spezifische Erkrankung zu beschreiben. Stattdessen wird er oft verwendet, um Verhaltensweisen zu beschreiben, die von übermäßiger Emotionalität und Dramatik geprägt sind. Im Gegensatz dazu bezieht sich eine Störung auf ein anerkanntes psychisches Krankheitsbild mit spezifischen diagnostischen Kriterien. Es ist wichtig zu beachten, dass das Vorhandensein von hysterischen Merkmalen nicht unbedingt bedeutet, dass eine Person an einer Störung leidet.
Was ist eine histrionische Persönlichkeitsstörung?
Eine histrionische Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die sich durch dramatische und aufmerksamkeitsheischende Verhaltensweisen auszeichnet. Menschen mit dieser Störung suchen ständig nach Bestätigung und Anerkennung von anderen und haben ein starkes Bedürfnis, im Mittelpunkt zu stehen. Sie können impulsiv und manipulativ sein, um ihre Ziele zu erreichen, und neigen dazu, ihre Emotionen intensiv auszudrücken. Die Symptome der histrionischen Persönlichkeitsstörung können sich in verschiedenen Situationen zeigen, wie zum Beispiel bei sozialen Veranstaltungen oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Störung, darunter genetische Faktoren und traumatische Erfahrungen in der Kindheit. Behandlungsoptionen für Histrionische Persönlichkeitsstörung umfassen Therapie und Medikamente, aber auch Selbsthilfegruppen können hilfreich sein. Wenn du jemanden kennst, der an Histrionischer Persönlichkeitsstörung leidet, solltest du einfühlsam und verständnisvoll sein. Es kann schwierig sein, mit dieser Störung umzugehen, aber es ist wichtig zu wissen, dass sie behandelt werden kann und dass Hilfe verfügbar ist. Letztendlich ist es wichtig zu verstehen, dass Hysterie und Störungen unterschiedliche Konzepte sind und dass es wichtig ist, eine klare Unterscheidung zwischen ihnen zu machen.
Symptome der histrionischen Persönlichkeitsstörung
Wenn jemand an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leidet, zeigt er oder sie oft ein übertriebenes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Dies äußert sich in der Regel durch theatralisches Verhalten und eine Tendenz, Situationen zu dramatisieren. Menschen mit dieser Störung können auch oberflächliche Beziehungen zu anderen haben und dazu neigen, ihre Sexualität auf eine unangemessene Weise auszuleben. Sie neigen dazu, ihre Emotionen impulsiv und unkontrolliert auszudrücken und können Schwierigkeiten haben, Kritik anzunehmen oder Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen. In einigen Fällen können sie auch manipulatives Verhalten zeigen, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn du jemanden kennst, der diese Symptome zeigt, ist es wichtig zu verstehen, dass dies möglicherweise auf eine histrionische Persönlichkeitsstörung hinweist. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass jeder Mensch anders ist und viele verschiedene Faktoren dazu beitragen können, wie wir uns verhalten. Wenn du glaubst, dass jemand in deinem Leben an einer Persönlichkeitsstörung leidet, solltest du ihn oder sie ermutigen, professionelle Hilfe zu suchen.
Ursachen der histrionischen Persönlichkeitsstörung
Eine histrionische Persönlichkeitsstörung ist eine Erkrankung, die durch ein übermäßiges Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung gekennzeichnet ist. Die Ursachen für diese Störung sind nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Menschen mit einer histrionischen Persönlichkeitsstörung haben oft Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu regulieren und können sich impulsiv und dramatisch verhalten, um die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu ziehen. Sie können auch Schwierigkeiten haben, intime Beziehungen aufrechtzuerhalten und neigen dazu, ihre Sexualität in unangemessener Weise auszudrücken. Obwohl es keine Heilung für diese Störung gibt, können verschiedene Therapien helfen, die Symptome zu lindern und das Leben der Betroffenen zu verbessern. Eine häufige Therapieform ist die kognitive Verhaltenstherapie, bei der Techniken zur Verbesserung der Selbstachtung und der sozialen Fähigkeiten verwendet werden. Wenn du jemanden kennst, der an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leidet, kann es schwierig sein, mit ihm umzugehen. Es ist wichtig zu lernen, wie man angemessen auf ihr Verhalten reagiert und ihnen Unterstützung bietet, ohne sie in ihrem Verhalten zu bestärken oder zu belohnen. Es kann hilfreich sein, einen Therapeuten oder Berater aufzusuchen, um Unterstützung bei dieser Herausforderung zu erhalten.
Behandlungsoptionen für Histrionische Persönlichkeitsstörung
Wenn es um die Behandlung von Histrionischer Persönlichkeitsstörung geht, gibt es verschiedene Optionen, die individuell angepasst werden sollten. Psychotherapie ist oft die erste Wahl und kann helfen, die Symptome zu lindern. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) kann dabei helfen, negative Gedankenmuster zu erkennen und umzukehren. Dialektische Verhaltenstherapie (DBT) kann auch nützlich sein, da sie darauf abzielt, emotionale Instabilität und zwischenmenschliche Probleme anzugehen. Medikamente können auch in einigen Fällen verschrieben werden, um bestimmte Symptome wie Depressionen oder Angstzustände zu behandeln. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es keine Heilung für Histrionische Persönlichkeitsstörung gibt und dass jeder Mensch anders auf Behandlungen reagiert. Eine langfristige Therapie kann notwendig sein, um langfristige Verbesserungen zu erzielen. Wenn du jemanden kennst, der an Histrionischer Persönlichkeitsstörung leidet, ist es wichtig, ihn oder sie zu unterstützen und ihnen zuzuhören. Es ist auch wichtig, klare Grenzen zu setzen und sich selbst zu schützen, wenn ihr Verhalten dich belastet oder verletzt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Histrionische Persönlichkeitsstörung eine echte Störung ist und ernsthafte Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben kann. Aber mit der richtigen Unterstützung und Behandlung kann eine bessere Lebensqualität erreicht werden.
Wie man mit jemandem umgeht, der an Histrionischer Persönlichkeitsstörung leidet
Wenn du jemanden kennst, der an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung leidet, kann es schwierig sein, mit ihm oder ihr umzugehen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Menschen mit Histrionischer Persönlichkeitsstörung oft eine starke Aufmerksamkeitssucht haben und sich in den Mittelpunkt stellen möchten. Sie neigen auch dazu, ihre Emotionen dramatisch auszudrücken und können schnell von einer Stimmung zur anderen wechseln. Wenn du mit jemandem umgehst, der an Histrionischer Persönlichkeitsstörung leidet, ist es wichtig, ruhig und verständnisvoll zu bleiben. Versuche nicht, ihre Aufmerksamkeit auf dich zu lenken oder ihre Emotionen abzuschwächen. Stattdessen solltest du ihnen zuhören und versuchen, sie zu beruhigen. Es kann auch hilfreich sein, Grenzen zu setzen und klare Erwartungen zu kommunizieren. Wenn du das Gefühl hast, dass die Situation außer Kontrolle gerät oder du überfordert bist, ist es in Ordnung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Hysterie oder Störung?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterscheidung zwischen Hysterie und Störung oft schwierig ist. Eine histrionische Persönlichkeitsstörung kann jedoch als eine ernsthafte psychische Erkrankung betrachtet werden, die professionelle Unterstützung erfordert. Die Symptome können sich auf Beziehungen, Arbeit und das tägliche Leben auswirken und sollten nicht als einfache "Drama-Queen"-Verhaltensweisen abgetan werden. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Störung, einschließlich genetischer Faktoren und traumatischer Ereignisse in der Kindheit. Glücklicherweise gibt es auch Behandlungsoptionen, wie Psychotherapie und Medikamente, die helfen können, die Symptome zu lindern und ein besseres Verständnis der eigenen Emotionen zu entwickeln. Wenn du jemanden kennst, der an histrionischer Persönlichkeitsstörung leidet, ist es wichtig, Mitgefühl zu zeigen und professionelle Hilfe anzubieten oder anzuraten. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Störung nicht einfach "Hysterie" ist, sondern eine echte Herausforderung für die Betroffenen darstellt.
Hier der ursprüngliche Artikel
Die histrionische Persönlichkeitsstörung ist eine Form der Persönlichkeitsstörung und zeichnet sich durch egozentrisches, dramatisch-theatralisches, manipulatives und extravertiertes Verhalten aus. Typisch sind extremes Streben nach Beachtung, übertriebene Emotionalität und eine Inszenierung sozialer Interaktion. Die HPS wird daher zu den „dramatisch-emotionalen Persönlichkeitsstörungen“ gezählt.
Begriffsgeschichte
Das Adjektiv histrionisch ist eine deutsche Wortbildung aus dem Substantiv lateinisch histrio, das eine aus der etruskischen Sprache entlehnte Bezeichnung für einen Schauspieler im antiken Rom war.[3] Das auch aus englisch histrionic abgeleitete Wort bedeutet in diesem Zusammenhang schauspielerisch, theatralisch und affektiert. Das Substantiv Histrioniker bezeichnet demnach einen Menschen, der solche Verhaltensweisen aufweist.
Beschreibung
Das Störungsbild ist gekennzeichnet durch eine übertriebene, labile Emotionalität und ein übermäßiges Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Wichtigkeit, Bestätigung sowie Solidarität und Verlässlichkeit. Weitere Merkmale sind Selbstbezogenheit, leichte Verletzbarkeit der Gefühle und manipulatives Verhalten. Auch sexuell provokantes und verführerisches Auftreten ist oft für das klinische Bild kennzeichnend, das zuweilen eine große Nähe zu verdecktem, verletzlichem Narzissmus aufweist, der nicht selten als Komorbidität zu diagnostizieren ist. Bereits geringfügige Anlässe führen zu extrem anmutenden Gefühlsveränderungen, die ihrerseits eine Veränderung des affektiven Erlebens, kognitiven Urteilens und Handelns anderer in der Situation mitbewirken.
Histrionische Merkmale im klinisch nicht auffälligen Bereich stehen in Verbindung mit Kreativität. So haben Personen mit histrionischer Tendenz eine bessere Fähigkeit zu divergentem Denken, also die Kompetenz, mit unklarer Problemstellung und mehreren Lösungsmöglichkeiten gut zurecht kommen zu können.
Als Diagnoseinstrument kann neben gründlicher Anamnese und strukturiertem Interview das sog. Hypochondrie-Hysterie-Inventar eingesetzt werden. Mithilfe dieses Testverfahrens können interaktionelle Besonderheiten wie Extravertiertheit, Ungezwungenheit und Kontaktfreudigkeit bzw. in Stress-Situationen Schuldabwehr, Selbstmitleid oder aggressives Verhalten aufgezeigt werden.
Klassifizierung im ICD-10
Nach ICD-10 müssen mindestens vier der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen vorliegen:
Dramatische Selbstdarstellung, theatralisches Auftreten oder übertriebener Ausdruck von Gefühlen;
Suggestibilität, leichte Beeinflussbarkeit durch Andere oder durch Ereignisse (Umstände);
oberflächliche, labile Affekte;
ständige Suche nach aufregenden Erlebnissen und Aktivitäten, in denen die Betreffenden im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen;
unangemessen verführerisch in Erscheinung und Verhalten;
übermäßige Beschäftigung damit, äußerlich attraktiv zu erscheinen.
Egozentrik, Selbstbezogenheit, dauerndes Verlangen nach Anerkennung, fehlende Bezugnahme auf andere, leichte Verletzbarkeit der Gefühle und andauerndes manipulatives Verhalten ergänzen das klinische Bild – diese Verhaltensweisen sind aber für die Diagnose nicht erforderlich.
Differentialdiagnose
Hilfe wird im Allgemeinen nicht wegen HPS aufgesucht, sondern wegen Depressionen oder dissoziativer Störungen. Die Beschwerden können Organbeschwerden ähnlich sein, die bis zu Blindheit oder Lähmungen reichen. Da die Beschwerden subjektiver Natur sind, kann es zu Fehldiagnosen kommen. Dabei ist in der diagnostischen und therapeutischen Interaktion zu berücksichtigen, dass es sich bei dissoziativen Störungen nicht um Simulation oder bewusstes Agieren handelt. Auch psychosomatische Beschwerden, die persönlichkeits- und störungsunabhängig auftreten und Reaktionen auf verschiedene innerpsychische Konflikte sein können, sind hiervon zu trennen. Depressive Beschwerden werden wiederum im Rahmen des histrionischen Erlebens mit dem Ziel eines sekundären Krankheitsgewinns verarbeitet.
Es kann vorkommen, dass bei Histrionikern aufgrund ihres manipulativen bzw. provokanten Verhaltens fälschlicherweise eine ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) diagnostiziert und in der Folge eine bei HPS kontraindizierte Behandlung mit Methylphenidat (z. B. Ritalin) eingeleitet wird. Eine solche Fehldiagnose kann auch bei einer möglichen narzisstischen Auslenkung der HPS oder einer narzisstischen Komorbidität geschehen, da in beiden Fällen eine mangelnde Fähigkeit oder Bereitschaft zum Zuhören bestehen kann. Selbiges gilt bei dissoziativen Bewusstseinsstörungen (dissoziatives Vergessen, dissoziative Schwerhörigkeit). Da auch Kinder häufig schon im Schulalter deutliche histrionische Auslenkungen zeigen können, ist bei ihnen eine besondere Gefahr der Fehldiagnose gegeben.
Therapie
Histrioniker sind schwer zu behandeln: Sie können ihr Verhalten nur langsam und schwer ändern; ihnen fehlt oftmals die nötige Einsicht. Sie können manipulierend auf ihren Therapeuten einwirken und somit die Behandlung in eine falsche Richtung lenken. Dieser sollte dem Patienten die psychische Ursache seiner Beschwerden verdeutlichen und dynamisch und unterstützend auf ihn einwirken. Hierbei ist eine klare Begrenzung des Patienten hinsichtlich seiner manipulativen Verhaltensweisen sinnvoll.