Lungenödem

Das Lungenödem bezeichnet das Austreten von Blutflüssigkeit aus den Kapillargefäßen in das Interstitium und die Alveolen der Lunge. Dadurch kann die betroffene Person nicht mehr ausreichend Sauerstoff in den Blutkreislauf aufnehmen.

Kardiales Lungenödem 

Bei einem kardinalen Lungenödem, welches die häufigste Form ist, handelt es sich nicht um eine Lungenerkrankung. Es ist bedingt durch eine akute Linksherzinsuffizienz, welches meist als Dekompensation bei chronischer Herzinsuffizienz auftritt. Das heißt, die linke Herzseite kann den Blutzustrom aus der Lungen nicht mehr bewältigen, und es kommt zu einem Druckanstieg im Lungenkreislauf. Aufgrund des erhöhten Drucks kommt es zu Austreten von Flüssigkeit in das Lungengewebe, wodurch der Gasaustausch behindert wird. Es kommt zu Symptomen wie Unruhe, Dyspnoe, Tachypnoe und ausgeprägte Zyanose, brodelnde und feuchte Rasselgeräusche, sowie auch eine Tachykardie. Das Auftreten dieser Symptome ist als Notfall zu bewerten. Hier sollte der Patient zunächst mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden und Sauerstoff verabreicht bekommen. Es werden auch Medikamente wie Katecholamine, Nitropräparate und Diuretika verabreicht.

Nicht-kardiales Lungenödem

Bei einem nicht-kardinalen Lungenödem handelt es sich um ein akutes Lungenversagen. Dies wird im englischen auch als „acute respiratory distress syndrome“ bezeichnet. Dies ist die Folge einer erhöhten vaskulären Permeabilität. Dies kann die Folge von Entzündungsprozess wie einer Sepsis oder auch von Gifteinwirkungen sein. Weitere Ursachen sind z.B. Traumata, die Aspiration von Mageninhalt, schwere Verbrennungen oder auch Infektionen mit dem SARS-Virus. Symptome und Therapiemöglichkeiten gleichen denen des kardinalen Lungenödems.