Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinome sind von den Epithelien der Haut und der Schleimhäute ausgehende bösartige, also maligne Tumoren aus der Gruppe der Karzinome. Sie können auch von anderen Geweben ausgehen, die selbst kein Plattenepithel besitzen, aber Epithelien mit der Fähigkeit zur Plattenzellmetaplasie haben. Das Plattenepithelkarzinom ist der zweithäufigste bösartige Hauttumor.

Lokalisationen

Plattenepithelkarzinome kommen vorwiegend in Körperregionen vor, die natürlicherweise von Plattenepithel bedeckt sind. Dazu gehören die äußere Haut und mechanisch stärker beanspruchte Schleimhäute wie Mundhöhle, Rachen, Stimmlippen, Speiseröhre, Vagina, Gebärmutterhals und Analregion. Weiterhin können Plattenepithelkarzinome über die Plattenepithelepithelmetaplasie auch an anderen Stellen auftreten, z. B. in der Lunge.

Ursachen

Plattenepithelkarzinome der Haut entwickeln sich in erster Linie auf dem Boden schwer lichtgeschädigter Haut bei bereits vorhandenen aktinischen Keratosen. In selteneren Fällen entstehen sie aus chronischen Wunden, Verbrennungsnarben oder anderen Hauterkrankungen. Der Sari-Hautkrebs bei indischen Frauen wird zum Beispiel durch ständige Reizung der Haut durch die traditionelle Kleidung ausgelöst. Das Plattenepithelkarzinom der Haut ist das „Paradebeispiel“ für einen durch Sonnenlicht ausgelösten Tumor. Hierbei spielt offensichtlich die kumulative Sonnenexposition eine entscheidende Rolle. Besonders gefährdet sind Personen, bei denen das Immunsystem etwa infolge einer medikamentösen Therapie nach Organtransplantationen geschwächt ist. Plattenepithelkarzinome der Lunge und der oberen Atemwege können durch Rauchen bedingt sein.

Pathologie

Plattenepithelkarzinome wachsen warzenartig (verrukös) oder ulzerierend und ahmen das verhornende oder nicht-verhornende Plattenepithel in unterschiedlichem Umfang nach. Typisch für sie ist ein Zytoskelett aus Zytokeratin. Hochdifferenzierte Karzinome dieser Entität verhornen und bilden, da die Hornschuppen im Tumorinneren liegen und nicht abgeschilfert werden können, zwiebelschalenartig geschichtete Hornkugeln, die mikroskopisch meist eindeutig diagnostizierbar sind. Gering differenzierte Karzinome verlieren die Fähigkeit zur Hornbildung. Sie bilden sehr polymorphe, solide Tumoren. Sehr stark entdifferenzierte  Plattenepithelkarzinome können in der spindelzelligen Variante wie Sarkome aussehen.

Als invasiv und damit metastasierungsfähig gelten Plattenepithelkarzinome, wenn sie die Basalmembran durchbrochen haben. Weitere Zeichen der Invasion sind Einbrüche in Blut- und Lymphgefäße.

Therapie

Standardtherapie ist die vollständige operative Entfernung des Tumors. Bei Karzinomen mit einem sehr hohen Risiko der Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) kann eine vorbeugende Operation der angrenzenden Lymphknoten notwendig sein. Ist eine Operation etwa aus medizinischen Gründen nicht möglich oder liegen sehr ausgedehnte Frühformen des Karzinoms vor, gibt es eine Vielzahl von Therapiealternativen.

Krankheitsverlauf

Je früher Plattenepithelkarzinome der Haut erkannt und behandelt werden, desto besser ist ihre Prognose. Tumoren mit einer Größe unter 2 cm metastasieren selten und haben die besten Heilungschancen. Die meisten Plattenepithelkarzinome werden in diesem Stadium erkannt und können daher gut behandelt werden. Wenn sich Tochtergeschwülste ausgebildet haben, ist die Prognose deutlich ungünstiger.

Nachsorgeuntersuchungen finden je nach Metastasen- oder Rückfallrisiko alle drei bis sechs Monate statt. Obwohl die meisten Rückfälle und Metastasen innerhalb der ersten zwei Jahre auftreten, sollte die Nachsorge grundsätzlich über fünf Jahre hinweg durchgeführt werden. Die Patienten sollten darüber hinaus den Risikofaktor UV-Licht meiden und ihre Haut regelmäßig selbst kontrollieren. Bei unklaren Hautveränderungen sollte immer ein Hautarzt aufgesucht werden.