#5 Schritt 1 – Wie entsteht ein Gefühl

Ich empfehle Dir diese Bücher:

               

Wie entsteht eigentlich ein Gefühl?

Ich habe Dir bereits von den Wahrnehmungskanälen erzählt, mit denen wir Menschen aus unserer Umwelt aufnehmen. Und dass es vor allen Dingen eine wichtige Rolle spielt, was davon auf unserer inneren Verarbeitungsebene präsent wird.

Unser Gefühl reagiert auf die Dinge, die wir vor unserem inneren Auge sehe. Sehe ich etwas schönes vor meinem inneren Auge, bekomme ich ein Gefühl der Freude. Sehe ich ein Worst-Case-Szenario mit einem düsteren Zukunftsbild, werde ich auch ein Feedback auf Gefühlsebene erleben.

Ähnlich geschieht es, wenn ich mich auf der inneren Denkebene kritisiere oder abwerte. Auch dann wird sich wieder ein Gefühl ergeben, welches sich für mich eher schlecht anfühlt.

Ebenso, wenn ich etwas mache, was ich eigentlich gar nicht machen möchte. Oder eben etwas noch nicht mache, was ich aber machen oder erleben möchte. Auch hier werde ich Unzufriedenheit ernten.

Ich verstehe Gefühle also als Feedbackmechanismus. Je nachdem, womit ich meine innere Verarbeitungsebene füttere, bekomme ich auch ein entsprechendes Feedback hierauf. Dieser Bewertungsmechanismus ist autark. Das heißt, ich habe im Prinzip keinen Zugriff darauf, mit welchem Gefühl ich auf eine Information reagiere.

Das kannst Du verändern

Es bringt also nichts zu versuchen, dass ich gefühlsmäßig anders auf Präsenzen reagiere. Doch was wir machen können: Wir brauchen neue Grundlagen, auf denen wir neue Gefühle aufbauen können. Nehmen wir einmal als Beispiel: Du bist Student und Du stehst vor einer wichtigen Klausur. Du hast den Gedanken:

Was passiert, wenn ich die Klausur nicht bestehe? Wenn Du bei diesem Gedanken bleibst, wirst Du auch ein entsprechendes Gefühl hierauf ernten. Im Bezug darauf könnte ich Dich im Gespräch folgendes fragen: „Du hast also die Befürchtung, die Klausur nicht zu bestehen, und das wäre überhaupt nicht gut für Dich. Ist das Dein Ziel?“

Und Du würdest sagen: „Natürlich ist das nicht mein Ziel!“ Und darauf würde ich Dich fragen: „Ok, was ist dann Dein Ziel?“

Und wenn Du dann sagst: „Na dass ich nicht durchfalle!“, dann wirst Du ein Bild vor dem inneren Auge haben, wie Du die Klausur nicht bestehst. Du brauchst auf Deiner inneren Präsenzebene also neue Informationen, die mit guten Gefühlen einhergehen.

Stell Dir doch einmal vor, wie Du die Klausur abgibst. Du hast ein breites Grinsen im Gesicht und siehst Dich dann, wie Du die Klausur korrigiert zurück bekommst und Du hast eine 1- kassiert.

Und dieses Gefühl ist auch wieder ein Feedback auf einen Gedanken, den Du selber erschaffen hast.


Ist der Beitrag hilfreich? Hier kannst Du ihn teilen: